RT44: Mitglieder des ROUND TABLE 44 BERLIN stellen sich vor: Björn Richerzhagen

Berlin, 06.09.2015 - Das Leben ist bunt, so wie unser Tischleben. Heute stellen wir Björn Richerzhagen in einem Interview vor.

Warum bin ich Tabler geworden?

Es ist schon lustig. Nach vielen erfolgreichen Jahren im Berufsleben habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, meine Kompetenzen nutzbringend für diejenigen einzusetzen, die weniger Glück im Leben hatten. Meine damalige Freundin und heutige Frau schickte mir irgendwann den Link zur Website von ROUND TABLE. Ohne Berührungsängste schrieb ich eine Email und wurde auf dem Fuße von einem Mitglied in die Planung des Weihnachtspäckchenkonvois eingebunden. Was die Organisation hier bewirkt, hat mich tief beeindruckt. Die Entscheidung Tabler werden zu wollen war dadurch einfach. Soziales Engagement, ein fruchtbarer Austausch mit anderen Tischmitgliedern und der Aufbau von Erfahrungen über das berufliche Netzwerk hinaus waren für mich von großer Bedeutung.

Seit wann bin ich Tabler?

Seit Dezember 2010

Was ist toll am Tabling?

Dies in wenigen Worten zusammenzufassen ist nicht leicht. Ich versuche es dennoch. Tabler haben untereinander einen uneingeschränkten Vertrauensvorschuss. Die Kontaktaufnahme ist dadurch einfach und die gleiche Einstellung zum Leben und zur gesellschaftlichen Verantwortung lässt schnell dauerhafte Freundschaften entstehen. Ob ich heute einen Tabler anrufe, weil ich mich gerne zu Fragestellungen meines privaten Lebens austauschen möchte, oder ob ich seine Hilfe für ein soziales Projekt benötige, macht keinen Unterschied. Noch nie habe ich eine ablehnende Haltung erfahren.

Dies führt jedoch dazu, dass man auch selbst eine solche Einstellung an den Tag legen muss. Dazu gehört ansprechbar und offen zu sein und sich in das Netzwerk einzugliedern. Ist man an diesem Punkt angelangt, ergeben sich unzählige Möglichkeiten für die persönliche Entwicklung, den privaten und beruflichen Austausch und für unglaubliche Projekte, um anderen zu helfen. Bei der Vorbereitung des Weihnachtspäckchenkonvois habe ich ein kleines bißchen Verantwortung für einen Bereich übernommen und konnte erleben, wie ich Teil eines deutschlandweit agierenden Teams wurde, welches ca. 70.000 Päckchen, Krankenhausmaterial und andere Dinge mit ca. 20 Sattelschleppern und mehreren Begleitfahrzeugen per Konvoi von einem Zentrallager über Österreich, Ungarn nach Rumänien, Moldawien und in die Ukraine brachte. Vor Ort konnte ich erleben, wie dankbar und freudig kleine Kinder die Geschenke entgegen nahmen, aber zugleich in welchen Bedingungen die Kleinsten leben müssen. Als wir ein Schulklasse betraten und die Geschenke überreichten, ließ ich mir die Geschichte eines kleinen rumänischen Mädchens übersetzen, als anderen Mitschüler wild ihre Geschenke aufrissen und das Geschenkpapier in hohem Bogen durch die Klasse flog. Sie sagte, dass sie das Päckchen nicht öffnen würde, da dies ihr erstes Geschenk in ihrem Leben sei und sie es gerne bei ihren Eltern an Heiligabend öffnen würde. Ihre braunen Augen vermittelten Freude und Traurigkeit zu gleich. Als Mann gebe ich es ungern zu, aber diese Szene ließ eine klitzekleine Träne bei mir laufen.

In diesem Jahr bin ich nun Tisch-Präsident und habe die Verantwortung für das, was bei ROUND TABLE 44 BERLIN passiert. Ich hätte es mir vorher nicht vorstellen können, aber dieses Amt bereichert mich ebenso wie unsere sozialen Projekte. Ich lerne eine Gruppe Tabler durch ein Jahr zu führen, Ziele zu setzen, Maßnahmen zu ergreifen und dennoch den Teamgeist nicht zu verlieren und jede Menge Spaß dabei zu haben. Für meine persönliche Entwicklung eine sehr bereichernde Erfahrung, den nicht alles funktioniert auf Anhieb, aber vieles klappt am Ende dann doch.

Was finde ich also nun toll am Tabling? Es lässt sich auf Service, Fun&Fellowship zurückführen. Unter Service verstehen wir unsere sozialen Projekte, in den man Einsichten in die Gesellschaft erhält, die einem sonst verborgen blieben, die aber auch lang nachwirkende Emotionen hervorrufen. Vertrauen und Freundschaft unter Tablern, die einem stets zur Seite stehen und die Möglichkeit nicht nur der Gesellschaft, sondern auch ROUND TABLE als Amtsträger etwas "zurückgeben" zu können.

Was mache ich sonst so im Leben?

Ich bin verheiratet und wir haben vor einigen Monaten eine Tochter bekommen. Daher verbringe ich derzeit viel Zeit mit meiner Familie. Darüber hinaus pflege ich aber auch langjährige Freundschaften, reise viel; schlicht ich gehe privaten Hobbies nach. Beruflich bin ich Geschäftsführer der MINAUTICS Unternehmensberatung für Marketing- und Informationsmanagement.

Was war ein tolles Erlebnis bei RT?

Unzählige Erlebnisse bei unseren Serviceprojekten waren "toll". Aber auch die vielen Begegnungen national und international sind immer wieder spannend. Z.B. war ich auf dem Jahrestreffen der zambianischen ROUND TABLE Organisation. Dies hat mir so gut gefallen, dass ich kurze Zeit später unsere Hochzeitsreise dorthin vorgeschlagen habe.

Was für neue Mitglieder wünsche ich mir?

Verrückte aber engagierte junge Männer, die das Herz am rechten Fleck haben, Tiefgang beweisen und ihre Kompetenzen auch für soziale Projekte einbringen.